Geplantes Gesetz erlaubt Ausrottung ganzer Wolfsrudel

Nach Wolfsrissen wird es künftig einfacher sein, die Raubtiere in der Region zu bejagen. Julia Klöckner verlangt jedoch eine Regelung, die überdies hinausgeht.

Das Bundeskabinett billigte heute in Berlin den Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Dieser soll den Abschuss von Wölfen auch dann ermöglichen, wenn unklar ist, welches Tier genau zum Beispiel die Schafherde angegriffen hat.

Danach könnten also so lange Wölfe geschossen werden, bis es keine Schäden mehr gibt, auch wenn damit ein ganzes Wolfsrudel getötet wird. Die Behörden müssen aber jeden Fall genehmigen, es gibt zeitliche und räumliche Grenzen.

“Ernste” statt “erheblicher” Schäden ausreichend

Die Pläne sehen vor, dass künftig “ernste” Schäden für die Abwehr ausreichen. Sie müssen nicht mehr “erheblich” sein. Das Füttern und Anlocken wilder Wölfe soll ausdrücklich verboten werden, damit sie sich nicht an die Nähe von Menschen gewöhnen.

Mischlinge aus Wolf und Hund, sogenannte Hybriden, sollen geschossen werden.

Klöckner noch nicht zufrieden

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte, sie halte die Maßnahmen für nicht ausreichend. Sie will die “Entnahme einer begrenzten und behördlich spezifizierten Anzahl von Wölfen unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß gemäß § 45 Absatz 7 Satz 2 und 3 BNatSchG”.

Eine Pressesprecherin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bestätigte gegenüber agrarheute, dass dies bedeutete, Wölfe können auch ohne nachgewiesene Rissvorfälle bejagt werden. Änderungen könnten nun im parlamentarischen Verfahren kommen, teilte das Agrarministerium mit.

Mit Material von dpa